ANFÄNGE

Vor 17 Jahren entdeckte ich die Fotografie als kreativen Ausgleich zu meinem Beruf. Meine tiefgreifende Leidenschaft fürs Fotografieren begann mit meiner ersten analogen Spiegelreflexkamera und dem Entwickeln von Bildern in der eigenen Dunkelkammer. Besonders die Personenfotografie hat es mir angetan, weil die facettenreiche Persönlichkeit jeder Person unterschiedlich dargestellt werden kann.

INSPIRATION

Der Umgang mit Menschen und das gemeinsame Umsetzen von kreativen Ideen sind für mich Inspiration für neue Projekte.

Das Spiel mit Hell-Dunkel-Teilen auf der einen und klaren Strukturen auf der anderen Seite stellen die Hauptcharakteristiken meiner Motive dar. Ich lasse Bestehendes in meine Bilder einfliessen und versuche mit Personen Emotionen aufzubauen.

In meinem Projekt „lost & beauty“ wirken zwei Hauptakteure mit. Einerseits Gebäude, welche dem Verfall geweiht sind. Mit ihrer morbiden Schönheit und ihrer eigenen Vergangenheit erzählen sie eine Geschichte aus vergangenen Zeiten. Andererseits die Menschen, welche den Bezug zur Gegenwart und zum Gebäude herstellen.

Menschliche Gefühle wie Liebe, Verzweiflung, Freude, Optimismus oder Ehrfurcht sind ideale Merkmale, um eine Verbindung zwischen den zwei Hauptakteuren herzustellen.

Sacha Rüede, geboren 1974 in Herisau

SCHWARZWEISS

Die schwarzweisse Fotografie ist so alt wie die Fotografie selber. Darum mag es erstaunlich wirken, dass im Jahr 2020 diese Art der Fotografie eine Renaissance erlebt. Woher kommt diese Faszination und weshalb verzichtet man bewusst auf Farben? Dazu gibt es unzählige Meinungen und persönlich mag ich sehr, dass ein schwarzweisses Bild eine stärkere Bildsprache hat und nicht alle Fragen beantwortet. Der oder die Betrachterin kann ihre eigenen Gedanken in ein Bild einfliessen lassen. Herzlich Willkommen in meiner "bunten" schwarzweissen Welt.

SOUL

Ein Bild muss eine Geschichte erzählen und eine Seele haben. Deshalb liegt mein Schwerpunkt bei der Bildsprache und in der Zusammenarbeit mit dem Model. Ein einsamer Mensch beispielsweise kann Einsamkeit besser ausdrücken als jemand, der dieses Gefühl nicht kennt. Deshalb ist ein Bild immer auch eine gemeinsame Geschichte zwischen dem Fotografen und dem Models, oder wie es Ted Grant zu sagen pflegte: “When you photograph people in color, you photograph their clothes. But when you photograph people in black and white, you photograph their souls!”